Hört man die lauten Parolen aus dem linken politischen Lager, könnte man meinen, die Mieten explodieren in schwindelerregende Höhen – viel schneller als die Lebenshaltungskosten insgesamt. Immer wieder kursieren alarmierende Zahlen: Mietsteigerungen von 40, 60 oder gar mehr Prozent innerhalb der letzten zehn Jahre.
Klingt dramatisch – ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Diese hohen Steigerungsraten betreffen ausschließlich Neu- und Erstvermietungen in begehrten Lagen der Großstädte. Und selbst das überrascht wenig, wenn man sich die politischen Rahmenbedingungen anschaut.
Politik macht Bauen teuer – und Wohnen knapp
Bauen und Vermieten wird durch Auflagen, Vorschriften und Bürokratie immer teurer und unattraktiver. Gleichzeitig steigt die Nachfrage enorm – nicht zuletzt durch die Zuwanderung von Millionen Menschen, die auf den Wohnungsmarkt drängen. Für viele werden die Mieten dabei direkt vom Staat übernommen – aus Steuergeldern, ohne nennenswerte Grenzen nach oben.
Das Ergebnis: Hunderttausende Wohnungen fehlen, während der Neubau stockt. In der Folge schnellen die Preise für seltene Angebote wie frisch sanierte oder hochmoderne Nullenergie-Neubauten in manchen Großstädten weiter nach oben.
Regulierung als falsche Antwort
Die politische Reaktion darauf: Mehr Regulierung, verschärfter Mieterschutz und die sogenannte Mietpreisbremse. Letztere greift jedoch genau dort nicht, wo die Preise tatsächlich steigen – bei Neubauten und umfassend sanierten Wohnungen.
Hinzu kommt die wachsende Verunsicherung privater Vermieter. Viele ältere Eigentümer scheuen sich, freie Wohnungen neu zu vermieten. Die Sorge vor endlosem Ärger, ausufernder Bürokratie und der faktischen Machtlosigkeit gegenüber Mietern lässt viele Wohnungen leer stehen.
Bestandsmieter profitieren – Explosion bleibt aus
Wer seit vielen Jahren in seiner Wohnung lebt, kann sich glücklich schätzen: Bestandsmieten sind im Vergleich zum aktuellen Mietniveau oft günstig – und stabile Verträge schützen vor überzogenen Preissprüngen.
Ein Blick auf die Zahlen entlarvt zudem das Märchen der flächendeckenden Mietpreisexplosion:
Von 2020 bis 2023 lag die Inflation in Deutschland bei 16,7 Prozent. Die Renten stiegen um 13,2 Prozent (im Osten sogar stärker), die Löhne legten um 13,4 Prozent zu.
Und die Mieten? Die kletterten im Schnitt gerade einmal um 5,2 Prozent.
Was der Wohnungsmarkt wirklich braucht
Es braucht keine weiteren Verbote und keine überzogene Regulierung. Was wir brauchen, sind echte, pragmatische Reformen, die Bauen erleichtern und den Wohnungsmarkt beleben:
- mehr Freiheit auf dem Mietmarkt
- stärkeren Schutz für Vermieter vor zahlungsunwilligen Mietern
- konsequente Maßnahmen gegen Mietnomaden und Wiederholungstäter
- Entschlackung des Baurechts – unnötige Vorschriften streichen
- schnelle, unbürokratische Genehmigungsverfahren
- Schluss mit übertriebenem Klimaschutz als Neubau-Bremse
Fazit:
Wer Wohnen wirklich bezahlbar machen will, muss an den Ursachen ansetzen – nicht an den Symptomen. Weniger Bürokratie, mehr Anreize für Neubau und ein fairer Ausgleich zwischen Mietern und Vermietern sind der Weg zu einem funktionierenden Wohnungsmarkt.
Ein Meinungsbeitrag unseres Mitglieds Andreas Hofmeister.
